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Geflüchtete erfolgreich in Arbeit und Ausbildung vermittelt (29. September 2022)

Aktionsprogramm „MAMBA 3“ zieht nach sieben Jahren Bilanz Ein Münsteraner Netzwerk, das Geflüchteten eine berufliche Perspektive verschaffen will, zieht eine erfreuliche Bilanz: Nahezu jeder und jedem zweiten Hilfesuchenden hat „MAMBA 3“ den Weg in Arbeit oder Ausbildung geebnet.

Für „Münsters Aktionsprogramm für Migrantinnen, Migranten & Bleibeberechtigte zur Arbeitsmarktintegration in Münster und im Münsterland“ – so die Langform von MAMBA – endet im September die Förderung. Das aus fünf Teilprojekten bestehende Netzwerk nahm seit 2016 insgesamt 1092 geflüchtete Menschen auf. Ein Großteil ist unter 34 Jahre alt, die meisten kommen aus Syrien, Afghanistan, Iran, Irak und den Ländern des Westbalkans. 247 von ihnen hatten mit Ablauf des vergangenen Jahres eine versicherungspflichtige Arbeit, 207 eine Ausbildung aufgenommen. Die Förderung des Projektes erfolgte durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds.

Ein großer Teil der weiteren Teilnehmenden am Aktionsprogramm hat an vorgelagerten Phasen der Qualifikation teilgenommen. „In der Regel steht der Spracherwerb am Anfang einer Förderkette, die Vermittlung in Arbeit oder Ausbildung am Ende“, erklärt Andreas Eul, Netzwerkkoordinator von der Gemeinnützigen Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender (GGUA).

Im Rahmen eines Fachtags blickten die Beteiligten jetzt auf sieben Jahre MAMBA 3 zurück und wagten einen Blick voraus. Die Arbeit für die Geflüchteten, so die einhellige Auffassung, ist ebenso individuell wie unverzichtbar. Denn Integration in den Arbeitsmarkt ist kein Selbstläufer, sondern wird vielfach durch bürokratische Regelungen erschwert. Eine Forderung des Netzwerks ist es entsprechend, individuelle und institutionelle Hürden abzubauen, um Geflüchtete leichter in eine Regelförderung zu bringen.

Denn rund zwei Drittel der zwischen 2016 und 2022 aufgenommenen MAMBA-Teilnehmer*innen verfügten über einen unsicheren Aufenthaltsstatus. Nur mit dem Status der Gestattung oder Duldung ausgestattet zu sein, bringt Schwierigkeiten bei Förderung, Orientierung und Vermittlung mit sich – beginnend beim Zugang zu Sprachkursen. „Die Beratung ist zeitintensiv und aufwendig, da neben der beruflichen Orientierung und Vermittlung auch immer eine aufenthaltsrechtliche Perspektive erarbeitet werden muss“, so Andreas Eul.

Diese umfassende Beratung und Betreuung lässt sich am besten im Verbund lösen. Und so haben GGUA, Jobcenter, Handwerkskammer Bildungszentrum (HBZ) Münster, Jugendausbildungszentrum (JAZ) der Caritas und Gesellschaft für Berufsförderung und Ausbildung (GEBA) schon 2008 die gemeinsame Arbeit aufgenommen. Als „lernendes Netzwerk“ beschreibt Andreas Eul die Kooperation, dem es immer wieder gelungen sei, gemeinsam „neue Problemstellungen zu bearbeiten und zu lösen“.

Zu den neuen Themenfeldern, die sich im Laufe der Jahre eröffnet haben, zählt auch die Arbeit für Geflüchtete mit Behinderung. Der Fachtag erarbeitete die Empfehlung, das Thema Behinderung systematisch in der Flüchtlingspolitik zu berücksichtigen. Zum weiteren Schwerpunkt „Faire Integration“ stellten Pauline Bader und Janna Bieker vom DGB-Bildungswerk ihre Arbeit vor. Ihr Ziel ist es, ungleiche Behandlung und Entlohnung von Geflüchteten in Anstellung zu verhindern oder abzubauen.

Unter dem Namen „MAMBA 4U“ hat das Netzwerk für die aktuell beginnende ESF+-Förderperiode bereits einen neuen Antrag eingereicht und hofft, im Oktober 2022 nahtlos weiterarbeiten zu können.
Dafür hat die Netzwerk-Koordination zur GEBA gewechselt, für die Geschäftsführerin Anja Bannat dem Fachtag das neue Beratungskonzept vorstellte.

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Das Projekt "MAMBA 3" wird im Rahmen des Programms "ESF-Integrationsrichtlinie Bund" durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

 
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